Familie Dennhardt

Der Einstieg in die Familienforschung – wo fängt man an?

gescannte Doppelseite aus dem Familienbuch von Emil Arno Dennhardt und Alma Lina Otto

Viele von uns haben bestimmt einen ähnlichen Einstieg in die Familienforschung erlebt: Als Kind war ich fasziniert von den Geschichten meiner Großeltern. Sie erzählten von ihrer Kindheit in den Kriegs- und Nachkriegsjahren, von besonderen Ereignissen in der Familie und von Verwandten, die ich nie kennengelernt hatte. Diese Erzählungen weckten meine Neugier: Wer waren meine Vorfahren? Woher kamen sie? Was haben sie erlebt? Schnell begann ich, erste Ahnentafeln zu zeichnen, und es entstand der Wunsch, immer mehr über meine Vorfahren zu erfahren. So begann meine Reise in die Familienforschung.

Der erste Schritt: Gespräche mit der Familie

Der wichtigste und zugleich naheliegendste erste Schritt war das Gespräch mit meinen Verwandten. Ich setzte mich mit meinen Großeltern zusammen und stellte gezielte Fragen: An welche Namen erinnern sie sich? Wo wurden unsere Vorfahren geboren? Gab es besondere Berufe oder Traditionen in der Familie? Diese Gespräche waren nicht nur aufschlussreich, sondern auch eine wunderbare Möglichkeit, wertvolle Erinnerungen zu bewahren.

Dokumente sammeln und auswerten

Nachdem ich erste Informationen aus Erzählungen gesammelt hatte, galt es, diese zu überprüfen und mit Quellen zu belegen. Glücklicherweise besaßen meine Großeltern eine Reihe von Familienbüchern sowie den sogenannten „Ahnenpass“ meiner Oma. Das obenstehende Beitragsbild zeigt beispielhaft einen Auszug aus dem Familienbuch meiner Ururgroßeltern  Emil Arno Dennhardt und  Alma Lina Otto.

Damit hatte ich bereits eine solide Grundlage, um unsere Familiengeschichte weiter zu erforschen. Allerdings stellte sich schnell ein Problem heraus: Als Kind konnte ich die Kurrentschrift noch nicht lesen. Doch meine Großeltern nahmen sich die Zeit, mir diese alte Schreibweise beizubringen. So lernte ich nicht nur, historische Dokumente zu entziffern, sondern entdeckte auch die faszinierende Welt der genealogischen Hilfswissenschaften – von alten Schriften über Heraldik bis hin zur Archivkunde.

Der Weg in die Archive

Mit der Zeit stieß ich an die Grenzen der in unserer Familie vorhandenen Unterlagen, wollte aber weiterforschen. Da ich als Kind keine Möglichkeit hatte, selbst in Archiven und Kirchenbüros nach alten Kirchenbüchern zu suchen, schrieb ich die Kirchgemeinden an und bat um Auskünfte – damals noch klassisch per Brief. Das war oft langwierig und mühsam, und nicht immer erhielt ich positive Rückmeldungen. Rückblickend stellte sich heraus, dass sich der eine oder andere Lesefehler in meinen Transkriptionen eingeschlichen hatte.

Heute hat sich die Forschung erheblich erleichtert. Der Online-Zugriff auf Archivmaterial über Genealogie-Plattformen wie Archion, Ancestry, MyHeritage oder FamilySearch bietet eine Vielzahl neuer Möglichkeiten. Über meine Erfahrungen mit der Online-Familienforschung werde ich in einem späteren Blog-Beitrag berichten.

Fazit: Eine spannende Reise in die Vergangenheit

Niemals hätte ich vor 25 Jahren gedacht, wie viel ich über meine Vorfahren herausfinden würde. Der Junge, der sich nach sechs Monaten Wartezeit über einen Taufregisterauszug einer kleinen mittelsächsischen Kirchgemeinde freute, hätte wohl nicht für möglich gehalten, dass ich heute mithilfe der DNA-Genealogie Verwandte auf der ganzen Welt ausfindig machen würde.

Wer sich auf die Suche nach seinen Wurzeln macht, sollte klein anfangen: mit Gesprächen, Dokumenten und einer gesunden Portion Geduld. Die Entdeckungen, die man dabei macht, sind es wert! Und eines ist sicher – das Hobby Familienforschung lässt einen so schnell nicht mehr los.

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