Manche Schicksale aus der Vergangenheit wirken heute fast unglaublich. So auch das meiner 7×Ur‑Großmutter Maria Christina Dennhardt geb. Hamann, die sich buchstäblich zu Tode erschrak. Im Jahr 1788 fiel sie im sächsischen Kitzscher einer unerwarteten Begegnung mit einer Schlange zum Opfer – ein Vorfall, der wohl eine Kette gesundheitlicher Komplikationen auslöste und sie schließlich das Leben kostete. Diese Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie unberechenbar das Leben in jener Zeit war.
Der Ortspfarrer beschreibt das Ereignis im Sterberegister so:
Maria Christina, Johann Gottlieb Dennhardts, Nachbars und Hintersäßers auch Richters zu Kitzscher Ehefrau starb den 17. Jun. früh um 3 Uhr; Sie war vier Wochen vorher über eine ihr entgegenspringende Schlange so sehr erschrocken, daß sie eine böse Brust und zugleich einen auserordentlich hefftigen rothen u. weißen Friesel bekam, der zum Theil zu lange stand, zum Theil von der zu sehr entkräffteten Natur nicht ganz hervorgetrieben werden konnte. Sie wurde d. 18 Jun. mit einer Predigt begraben. (Text Jes. 49 V. 14.–16.) Sie hinterläßt Kinder und unter ihnen einen Säugling. Ihr Alter brachte sie auf 39 J. 11 Mon. 3 Tage.
Tauf-, Trau- und Bestattungsbuch der Kirchgemeinde Kitzscher 1765–1799. Taufen 1788, Nr. 6.
Heute wirkt diese Todesursache fast kurios, doch zeigt sie auch, wie wenig man damals über psychosomatische Reaktionen und Krankheitsverläufe wusste. Ein einziger Schreckmoment konnte fatale Folgen haben. Besonders tragisch ist, dass Maria Christina einen Säugling hinterließ, der ohne seine Mutter aufwachsen musste.
Welche ungewöhnlichen oder überraschenden Geschichten gibt es in eurer Familiengeschichte? Teilt sie gerne in den Kommentaren!

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